Sep 212012
 

Untersuchung des „Containerlieds“ der Toten Hosen. Foto: Haack

Die Toten Hosen haben das „Containerlied“ im Repertoire, das vom Erfrierungstod eines Penners erzählt. Von Metallica stammt das Lied „One“, in dem ein aus dem Krieg heimgekehrter Soldat, der von einer Landmine verletzt wurde und dabei Augenlicht, Hörsinn, Arme, Beine und damit auch seine Seele verliert, nur noch bittet: „Cut this life off from me!“ Und der österreichische Rockstar Falco hat – so kann man es zumindest interpretieren – seine Todessehnsüchte in „Out of the Dark“ verarbeitet, dem mega-erfolgreichen Song, der erst nach dem Tod des Sängers erschien. Kann man solche Musik mit solchen Stoffen in der 8. oder 9. Klasse bearbeiten? Ja, sagen Ursel Lindner und Markus Böhm und führen verschiedene Herangehensweisen vor – über das Selber-Musikmachen, über eine musikalische Analyse, über den Videoclip oder Textarbeit.
Das ist spannend. Dass aus dem Publikum dennoch die Frage kommt: „Wie können Sie so was machen?“, erstaunt. Als ob die Schüler nicht sowieso ständig mit dieser Art von Musik ebenso konfrontiert wären wie mit Schreckensmeldungen über Krieg, Verwundung, Tod, Armut etc. in aller Welt. Es geht eher darum, die oberflächliche, gar gleichgültige Umgangsweise damit durch eine Sensibilisierung zu ersetzen. „Wie entlassen Sie die Schüler am Ende der Stunde? Wie stimmen Sie sie wieder fröhlich?“ lautet eine andere Frage. „Gar nicht“, heißt die Antwort. Eine Betroffenheit darf auch mal aus dem Unterricht mit hinausgenommen werden.

Markus Böhm: „Metallica“ im Musikunterricht. Foto: Haack

Ich erinnere mich: In meinem Musikunterricht wurden einmal die „Bilder einer Ausstellung“ im Original der Version von Emerson, Lake & Palmer gegenüber gestellt. Mit einer gerümpften Nase der Musiklehrerin bei der Cover-Version. Damit hatte sie ihre Schuldigkeit getan, weitere Ausflüge in die Popmusik gab es nicht. Da hat sich doch einiges getan. Jürgen Terhag hatte wohl recht…